- Telefonseelsorge Trier

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Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Ein gutes Herz und warme Hilfsbereitschaft allein reichen nicht aus, um ehrenamtlich bei der TelefonSeelsorge Trier mitzuarbeiten. Wer sich bewirbt, wird daher zunächst zu einem Auswahlverfahren eingeladen. Nach der Zulassung beginnt eine intensive Ausbildung von 1,5 Jahren bei mindestens 3 Zeitstunden wöchentlicher Ausbildungszeit in einer Kleingruppe. Hinzu kommen 2 Ausbildungswochenenden. Nach ca. 15 Monaten kann dann eine erste Zulassung zum eigenverantwortlichen Dienst am Telefon erfolgen, der von besonders zeitnahen Gruppen- und Einzelsupervisionen bis zum Ende des 2. Ausbildungsjahres begleitet wird .

Unsere Ausbildung für Ehrenamtliche ist orientiert am klientenzentrierten Konzept der Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers, das in Deutschland u.a. durch das  Ehepaar Tausch bekannt wurde und in vielen Bereichen psycho-sozialer- wie auch kirchlicher Beratungsarbeit als Basis-Standard weit verbreitet ist.

Dabei geht es uns zuvorderst um das Vermitteln und Einüben von klientenzentrierten Haltungen, erst in zweiter Linie um das Erlernen von Sachwissen bzw. Gesprächstechniken. Wir legen Wert auf eine offene, einfühlsame, belastbare, kritikfähige, flexible und auch religiös mit-suchende Sprachfähigkeit unserer MitarbeiterInnen.

Ziele dieser Ausbildung in einer festen Lerngruppe sind damit (stichwortartig):

  • die eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Ängste, Reaktionen deutlich wahrzunehmen, um damit umzugehen

     und die eigene Belastbarkeit dadurch zu erhöhen,

  • für Anrufende offen zu sein, ihre vielfachen Probleme wahrzunehmen und darauf im Gespräch

     eingehen zu lernen,

  • Anrufenden auch in Glaubens- und Sinnkrisen beizustehen,

  • die eigenen Möglichkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen,

  • die Möglichkeiten, die ein Telefongespräch bietet, realistisch zu sehen, sich zu bestimmten Themen

     fachlich zu informieren, wie z.B. Sucht, Beziehungsgestaltung, Tod, Trauer, Trennung,
     Selbstmord, Sexualität, Sinn- und Glaubensfragen,

  • sich auch mit Fachleuten über die in Gesprächen vorgebrachten Probleme der Anrufenden zu verständigen,

  • die psychosozialen Angebote der eigenen Stadt / des (Land-) Kreises kennenzulernen.


Nach Abschluß der Ausbildung arbeiten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigenverantwortlich am Telefon, schließen sich aber an bestehende Fortbildungs- / Supervisionsgruppen an.

Grundsätzlich gilt: Ohne Supervision kein Dienst am Telefon!

Die Supervision zielt darauf, die eigenen Fähigkeiten zu einem hilfreichen Gespräch zu stärken, zu erhalten und zu erweitern, sich von belastenden Erlebnissen zu entlasten und sich ein möglichst breites, vorurteilsfreies und engagiertes Verstehen von Menschen in bedrängten Lebenslagen zu bewahren. Auch die regelmäßigen thematischen Fortbildungsangebote in Seminaren dienen der Erweiterung der eigenen Kompetenz.

Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu Wort:

Kurzberichte
einzelner Mitarbeiter der TelefonSeelsorge Trier


Ulla X., Hausfrau, 60 Jahre:
„Mein Weg bei der TelefonSeelsorge – ich bin jetzt 20 Jahre dabei – ist der Weg zu mir selbst, der noch nicht zu Ende ist, manchmal unbequem aber immer verlockend und spannend. Ich habe erfahren, so nahe ich mir selbst bin, so nahe kann ich den andern sein in der Supervisionsgruppe oder am Telefon. Was anfangs als Dienst am Nächsten im Vordergrund stand, hat sich als positive Rückwirkung entwickelt.“

Gertrud X., leitende Angestellte, 41 Jahre:
„Seit 10 Jahren bin ich bei der TelefonSeelsorge. Nach einer persönlichen Lebenskrise wollte ich etwas Sinnvolles machen. Ich war Lebensmitteltechnikerin, ein sehr technisch-wissenschaftlicher Beruf und wollte mich jetzt engagieren im menschlich-sozialen Bereich. Die Arbeit bei der TelefonSeelsorge hat mich persönlich reifer werden lassen und bei mir Verständnis entwickelt für Lebenssituationen, die mir bisher fremd waren. Dieser Dienst entspricht meinem Verständnis von Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit und Glauben.“

Manfred X., Informatiker, 55 Jahre:
TelefonSeelsorge ist das Beste, was mir begegnen konnte. Seit 15 Jahren bin ich dabei. Eine Fülle eigentlich divergierender Ansprüche ans Leben kann ich hier unter einem Dach antreffen, mit ausreichender Distanz beäugen, Passendes auswählen, auch ausprobieren und letztlich integrieren. Aber ich muss es nicht!

Der Reihe nach. Mit all den hehren Ansprüchen angetreten helfen zu wollen, ziemlich gut bewusst über einige gravierende persönliche „Unzulänglichkeiten“ traf ich Menschen.

Menschen so wie ich, aber auch Menschen mit völlig anderem Hintergrund, was die persönliche Entwicklung, die Bildung, die soziale Stellung, und vor allem ihr individueller Umgang mit belastenden oder konfliktbehafteten Situationen anbetrifft. Die intensive Begegnung mit ihnen hat meinen Horizont geöffnet, vor allem hat sich meine Fähigkeit, gegenüber anderen Lebensformen und -zielen Toleranz walten zulassen, erheblich gesteigert.

Ich habe dazu gewonnen. Das ist aber nicht nach der Ausbildung abgeschlossen, sondern lebt fort, entwickelt sich, quasi wie von alleine, weiter. Dazu aber bedarf es einer ganz bestimmten, zu schaffenden Kultur des Miteinanders. Das ist m.E. der eigentliche Kernpunkt von TelefonSeelsorge und birgt die Faszination in sich bei „der Stange zu bleiben“, und das auch noch gerne und in Freiwilligkeit.

Dies alles wird meiner Überzeugung nach im Wesentlichen geprägt von eben jener liebevollen, nicht direktiven, sanften und Raum lassenden „Führung durch Vormachen“. Hier brauche ich keine Grenzgräben zwischen Amtskirche und „Laien“ zu überwinden.

Es gibt sie gar nicht. Das ist wohltuend, stärkt meine Initiative und ermöglicht ein fruchtbares Miteinander. Das wiederum kommt unser selbst! gestellten Aufgabe - Da sein für den Menschen - zu Gute und erreicht somit eine sehr hohe Identifikation mit den Zielen und Idealen von TelefonSeelsorge. Die Dienstpläne einerseits und die fast reibungslose Organisation der Stelle sprechen für sich.

Die wertschätzende Annahme durch die Hauptamtlichen schafft es auch, die manchmal schwierige und gelegentlich belastende Seelsorge am Telefon, die öfter auch nicht ohne Frustration geleistet werden kann, so verträglich zu erleben, dass es zum einen gut aushaltbar wird, und zum anderen eine Art von, stellvertretend für die Gesellschaft empfundene, Anerkennung erfolgt. Für mich stellen die Patres Redemptoristen die notwendige Brücke zwischen der Anonymität von
TelefonSeelsorge und der konkreten uns alle umgebenden Wirklichkeit von menschlichem Dasein her.

Diese Verankerung am Leben, fern ab der öfter mal in der Kirche vorgefundenen Entrücktheit, erleichtert erstens die Zusammenarbeit enorm; sie ist Basis für Vertrauen und Zutrauen und hat mir persönlich den Weg zu Gott zurück gewiesen und ist für mich kongruent in Verkündigung und Handeln, in Wort und Tat.“

Alexandra X., Sonderschulrektorin, 63 Jahre:

„Als Schulleiterin kam ich beruflich mit vielen Problemen in Berührung. So galt diesem Thema schon immer meine besondere Aufmerksamkeit. Durch die professionelle Ausbildung bei der TelefonSeelsorge und der nunmehr fast 10-jährigen Tätigkeit, hat sich das Spektrum noch erweitert. Ich bin froh, so vielen Menschen mit Empathie und einem stets „offenen Ohr“ beistehen zu können. Meistens gelingt es auch, sie im gemeinsamen Gespräch zu entlasten und ihnen zu einem „nächsten Schritt“ bei der Problemlösung zu verhelfen. Ich denke der Dienst bei der TelefonSeelsorge ist eine wichtige und lohnenswerte seelsorgerische Aufgabe.“

Christina X., 27 Jahre – Diplom Psychologin und Psychotherapeutin:
„Ich war auf der Suche nach meinem Platz im Leben. Der Dienst bei der TelefonSeelsorge, zu der ich erst vor drei Jahren gestoßen bin, eröffnete mir die Möglichkeit herauszufinden, welche Begabungen in mir stecken. Viele Gespräche sind mir Wegweiser oder Mahnmale. Sie ermöglichen mir einen Einblick in das „wahre“ Leben und helfen so, die wirklichen Maßstäbe nicht aus den Augen zu verlieren.“

Marianna X., 59 Jahre, Hausfrau:
„Nachdem meine Kinder erwachsen geworden waren, habe ich nach einer neuen sinnvollen Aufgabe gesucht. Bei der TelefonSeelsorge habe ich vieles über mich gelernt und auch gelernt, den anderen Menschen genauer anzuschauen. Mir gibt dieser Dienst sehr viel. Es macht mir Freude, mich mit den Gedanken und Ansichten der Anrufer besonders auch über religiöse Themen auseinander zu setzen. Im Grunde genommen ist dieser Dienst ein Geben aber auch ein Nehmen.“

Elisabeth X. 60 Jahre, Diplom-Psychologin:
„Nach dem Ausscheiden aus meiner eher nüchternen Berufstätigkeit (Gutachterin) habe ich vor acht Jahren bei der TelefonSeelsorge eine Tätigkeit gefunden, bei der ich meine fachlichen Kenntnisse anwenden, aber auch mit mehr emotionaler Wärme arbeiten kann. Die vielfältigen Erfahrungen bei den Gesprächen mit den Anrufern bereichern mich und lassen mich oft nachdenklich, manchmal auch bewegt nach Hause gehen.“

Leo X. 68 Jahre – Studiendirektor:

„Durch eine Suchanzeige der TelefonSeelsorge in der örtlichen Presse bin ich auf diese Einrichtung aufmerksam geworden. Zur Mitarbeit habe ich mich bereit erklärt, weil ich in meinem Berufsleben mit jungen Erwachsenen viele Jahre gearbeitet habe. Mit den Erfahrungen aus der katholischen Jugendarbeit und der Erwachsenenbildung wollte ich den Anruferinnen und Anrufern der TelefonSeelsorge aufmerksam und kritisch zuhören, sie verstehen und mit ihnen mögliche Wege zur Konfliktbewältigung suchen. In der TelefonSeelsorge-Arbeit habe ich manche froh machenden und auch tief betroffen machenden Stunden erlebt. Bis heute habe ich es nicht bereut, TelefonSeelsorge-Dienst zu leisten.“

Susanne X, knappe 50 plus - Ärztin
„Warum, um Gottes Willen (?), auch noch TelefonSeelsorge als ‘Neben-Job’?
Eine berechtigte Frage, wenn auch und gerade ein medizinischer Beruf ausfüllend und erschöpfend gelebt wird.
Um „ Gottes Willen“ : Das könnte doch genug sein !
Das war und ist es mir bisher nicht.
Dem Menschen nah sein - ‘dran’ sein, - kann zur Leidenschaft werden.

Auch die Patres Redemptoristen, u.a. Hauptamtliche der TS, die ich nach einer Annonce kennenzulernen begann, scheinen ein Leben lang von diesem Virus Mensch befallen zu sein.
Ein Leben als Auftragsarbeit mit mitmenschlicher Not, Kummer, Schuld und Seelenleid zuzubringen, die gesamte Lebenszeit der Negativauslese menschlichen Daseins zu widmen - dem zolle ich allen Respekt und Achtung.

Ohne wesentlichen Zeitdruck Teile meiner Zeit verschenken -  zugewendet, unbelastet, offen, unvoreingenommen Menschen anzubieten: „Mit Herz und Mund und Tat: Dabei sein“ - wenn sich Jemand die Seele frei reden will, Kummer und Belastungen ausbreitet, seine Themen und Fragen besprechen will: das wollte und will  ich.

Mensch begegnet Mensch.

Nichts ist danach, wie es war.
Veränderungen werden initiiert: bisherige Betrachtungsweisen in Frage gestellt. Neue Aspekte ergeben sich vielleicht. Perspektiven, neue Wege können sich eröffnen...für beide Gesprächspartner.
Die unerfreulichen Kontakte, der Missbrauch, dem Mann/Frau sich als TelefonSeelsorger auch ausgesetzt sieht,:  sie stehen in keinem Verhältnis zu den positiven Auswirkungen.

Als TelefonSeelsorgerIn tätig zu sein, ist mir immer noch eine begeisternde Art, Menschen ganz nah zu sein.“   

 
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